Die Geschichte Ibizas

Die Phönizer auf Ibosim

Bereits um 654 vor Christus gründeten die Phönizer auf Ibiza Siedlungen. Zunächst wurde eine Siedlung bei Sa Caletta gegründet. Später wurde eine zweite Siedlung gegründet. Diese war an der Stelle, an der sich heute Ibiza-Stadt befindet. Die Phönizier nannten die Insel „Ibosim“, nach ihrem Gott Bes. Die Insel war nicht nur aufgrund ihrer Blei- und Salzvorkommen interessant, auch für den Handelsverkehr bot die Insel einen günstigen Stützpunkt.

Bedeutende Zeugnisse dieser Zeit sind die Ausgrabungen in Sa Caletta und die Nekropole in Ibiza-Stadt. Die Nekropole ist eine Totenstadt, in der mehr als 3.000 Phönizer bestattet wurden.

Die Römer auf Ebusus

Die Phönizische Hauptstadt Karthago, der auch Ibiza unterstand, wurde von den Römern am Ende des dritten Punischen Krieges 146 vor Christus zerstört. In der Folgezeit wurde auch Ibiza römisch. Die Römer nennen die Insel Ebusus. Ebusus wurden bestimmte Sonderrechte zugesprochen und es blieb von Zerstörung verschont. Die Rechte wurden in späteren Jahren zwar eingeschränkt, dennoch blieb viel von der phönizischen Kultur erhalten. Ibiza gilt heute als Beispiel spätphönizischer Kultur.

Auf Ibiza ging es zur Römerzeit eher ruhig zu. Die Handelsrouten verliefen zu dieser Zeit an der Insel vorbei.

Die Zeit zwischen Römern und Mauren

Nach dem Zerfall des römischen Reichs besetzten zunächst im Jahr 425 die Vandalen Ibiza. Den Byzantinern gelang es, im Jahr 535 die Herrschaft über die Insel zu übernehmen. Die Insel war häufiges Ziel von Piratenangriffen.

Die Mauren auf Yabisa

Im 8. Jahrhundert eroberten die aus Nordafrika stammenden Mauren Ibiza wie auch Teile des spanischen Festlands. Die Insel wurde islamisch und erhielt den Namen Yabisa. Die Landwirtschaft auf der Insel wurde entwickelt, indem Entwässerungssysteme für Felder angelegt wurden. Die Insel diente als Stützpunkt einer maurischen Piratenflotte.

Die Rückeroberung des spanischen Festlands durch christliche Herrscher begann im 11. Jahrhundert. Verschiedene Angriffe auf die Mauern von Ibiza wurden gestartet, doch erst 1235 gelang es Jakob I. von Aragon (Jaume I.) den Mauren die Herrschaft über Ibiza zu entreißen, nachdem er zuvor bereits schon Mallorca erobert hatte.

Um die Rückeroberung ranken sich verschiedene Mythen. So wird berichtet, die Stadt sei verraten worden. Der Bruder des Herrschers sei mit diesem über eine Frau in Streit geraten und habe daraufhin die Angreifer heimlich unterstützt.

Das Katalanische Eivissa

Der Rückeroberer fügte die Balearischen Inseln neben Aragon seinem Königreich hinzu. Er erhielt den Beinamen Jakob der Eroberer (Jaume el Conqueridor). Es wurde zu dieser Zeit damit begonnen, auf der Insel Kirchen zu errichten. Teile der maurischen Bevölkerung blieben auf Ibiza. Nach dem Tod Jakob I., König von Aragon und Mallorca, wurden die Besitzungen in Aragon und die in Mallorca zwischen Halbbrüdern aufgeteilt. Nach mehreren Herrschaftsübergaben wurde Jakob III. mit dem Beinamen „der Kühne“ (Jaume el Temarari) der letzte König von Mallorca. Er verlor eine Schlacht gegen Peter IV. der Zeremoniöse (Pere el Ceremonios), der seinerseits König von Aragonien war. Die Inseln gehörten nunmehr zum Königreich Aragon. Ibiza wurde vom Festland aus regiert.

Ibiza in Spanien

Im Jahr 1469 fand Hochzeit des Königs von Aragonien, Ferdinand II. (Ferran el Catòlic) und der Thronfolgerin des Königreichs von Kastilien, Isabella I von Kastilien statt. Folge war, dass ab 1474 zwei große Reiche auf der Iberischen Halbinsel einen gemeinsamen König hatten. Das spanische Königreich, wie wir es heute kennen, bildete sich über die nächsten beiden Herrschergenerationen heraus. Ibiza spielte keine bedeutende Rolle in diesem Reich, lag es doch an dessen Rand.

Ausrauben und ausgeraubt werden - Piraten auf Ibiza

Die Lage abseits des spanischen Festlands, gut erreichbar von Afrika und anderen feindlich gesinnten Mittelmeeranrainern aus, machte Ibiza zu einem bevorzugtem Ziel für Piraten. Diese jagten auch Menschen, um diese zu versklaven. Die Festung von Ibiza-Stadt wurde verstärkt und erhielt in dieser Zeit ihre heutige imposante Gestalt. Die Kirchen auf der Insel wurden zu Wehrkirchen ausgebaut. Sie ähnelten mehr Festungen als Gotteshäusern. Auf den Dächern wurden Kanonen aufgestellt. Über des Land verteilt wurden Steintürme gebaut, in die sich die Landbewohner bei Angriffen zurückziehen konnten.

Ibizas Lage nicht allzu weit von der Straße von Gibraltar , das ist die Meerenge zwischen Spanien und Afrika, machte es allerdings auch zu einem guten Standort, um Angriffe auf Schiffe, die vom Atlantik in das Mittelmeer unterwegs waren, zu starten. Bekannter Pirat aus dieser Zeit ist Antoni Riquer, er lebte von 1773 bis 1846. Riquer raubte nicht nur Schiffe aus, er vollbrachte auch eine Heldentat. Er besiegte 1806 ein schwer bewaffnetes Britisches Piratenschiff, das im Namen der englischen Krone spanische Schiffe ausraubte. Zu seinen Ehren ist am Hafen von Ibiza-Stadt ein Denkmal errichtet worden.

Ludwig Salvator auf Ibiza

Als einer der „Entdecker“ der balearischen Inseln als Reiseziel kann der Österreichische Erzherzog Ludwig Salvator gelten, der ab 1867 die Balearischen Inseln erkundete und über die Inselgruppe ausführlich berichtete. Die Balearen kamen in das Bewusstsein des deutschsprachigen Raumes. Salvator fand eine abgeschiedene Insel vor, die vom Geschehen der restlichen Welt weit entfernt war.

In den nächsten Jahrzehnten bereisten vereinzelt bekannte Persönlichkeiten die Insel.

Ibiza, die Urlaubsinsel

Ein Verkehrsflughafen wurde auf Ibiza 1958 eröffnet. Vorläufer war ein Militärlandeplatz aus den 30er Jahren, der auch vorübergehend für Verkehrsmaschinen genutzt wurde. Damit waren die Möglichkeiten für den Massentourismus gegeben.

Die Hippies entdeckten die Insel für sich, andere Touristen folgten. Clubs wurden eröffnet. Die Gegenwart ist erreicht.